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Bevor ich Ihre Frage beantworte, ein paar erklärende Sätze zu diesem Phänomen: Bei der Milchzucker-Unverträglichkeit (Laktoseintoleranz) kann der Milchzucker nicht ausreichend verdaut werden. Grund dafür ist ein Mangel an einem Verdauungsenzym im Dünndarm, das den Milchzucker aufspaltet. Der Milchzucker gelangt so unverdaut in den Dickdarm, gärt und verursacht Blähungen, Durchfall und Magenschmerzen.
Der Selbsttest
Mein Tipp: Verzichten Sie ein paar Tage auf Milch und milchhaltige Produkte wie Joghurt, Käse oder Butter. Danach trinken Sie ein Glas Milch. Bekommen Sie gleich darauf Bauchschmerzen oder Durchfall, liegt allenfalls eine Unverträglichkeit auf den Milchzucker vor. Kontaktieren Sie Ihren Arzt.
Die Therapie
Leider ist Milchzucker-Unverträglichkeit unheilbar. Wichtig ist, dass Sie auf eine milchzuckerarme bis -freie Ernährung umstellen. Denn die Empfindlichkeit ist bei jedem Betroffenen anders. Einige vertragen durchaus Milch im Kaffee, andere bekommen bei den geringsten Mengen Durchfall. Milch- und Joghurtmengen von ca. einem Deziliter oder 100 Gramm sind für die meisten gut verträglich. Das fehlende Enzym kann auch in Tablettenform eingenommen und so ersetzt werden. Neu erhalten Sie beim Grossverteiler auch Milch und Milchprodukte, die frei von Milchzucker sind.
Die Vorsorge
Wenn Sie Durchfall haben oder hatten, halten Sie sich mit milchhaltigen Nahrungsmitteln zurück. Es gibt viele Produkte, die Milchzucker enthalten können, so auch Backwaren. Lesen Sie vor allem bei Fertigprodukten die Inhaltsangabe genau oder fragen Sie bei Frischwaren beim Hersteller nach. Zögern Sie bei Unsicherheiten nicht, eine Fachperson aufzusuchen.
Der Verlauf
Milchzucker-Unverträglichkeit ist summa summarum eine gutartige Erkrankung. Betroffene nehmen daran nicht zwingend Schaden. Wer aber darum weiss, kann die Beschwerden nach dem Essen zuordnen. Das hilft und beruhigt.