- Wundversorgung
die richtige und vor allem nachhaltige Versorgung von offenen Wunden ist eine Wissenschaft für sich. Das gilt natürlich ganz besonders für schlecht heilende und chronische Wunden wie ein offenes Bein (Ulcus cruris) oder wundgelegene Stellen - aber auch die kleinen alltäglichen Wunden müssen gut versorgt werden.
Grundsätzlich ist zu beachten:
Erstes und wichtiges
Gebot ist die Reinigung der Wunde - ansonsten ist ein problemloses Heilen nicht möglich. Nach dem Reinigen und Desinfizieren sollten Sie immer sterile, einzeln verpackte Auflagen verwenden, die nicht mit der Wunde verkleben, dafür aber den Austausch von Luft und Feuchtigkeit ermöglichen. Schützende Pflaster oder Verbände sind sinnvoll und notwendig bei allen Verletzungen mit hohem Infektionsrisiko. Dies gilt insbesondere für größerflächige, offene und nässende Wunden.
Es ist leider immer noch ein “Streit-Thema”: nass oder trocken ausheilen!?
Nach der Erstversorgung mit Kompressen und Mullbinden werden nach heutiger Erkenntnis die meisten Wunden feucht behandelt. Der Grund: Im feuchten Wundmilieu herrschen optimale Bedingungen für die Heilung. In der Wundflüssigkeit sind Enzyme, Hormone und Wachstumsfaktoren aktiv, die die Neubildung von Zellen stimulieren. Deshalb gibt es für die feuchte Wundversorgung spezielle, hydroaktive Verbände und Pflaster, die ein Austrocknen verhindern.
Oberflächliche Hautabschürfungen kann man nach gründlicher Reinigung mit klarem Wasser, steriler Kochsalzlösung oder Ringerlösung auch offen abheilen lassen. Hilfreich sind bei solch trockenen Wunden unter Umständen dexpanthenolhaltige Salben (siehe unten). Diese binden Feuchtigkeit, regen die Neubildung der Hautzellen an und unterstützen somit die Regeneration. Ihre Grenzen erreichen solche Präparate aber im Fall bereits infizierter Wunden, denn sie sind nicht in der Lage, Bakterien gezielt abzutöten und ihre weitere Vermehrung zu stoppen. Hier wird von Schulmedizinern häufig der Einsatz eines Wundgels auf Basis von Tyrothricin (siehe unten) verschrieben. Es wirkt überwiegend bakteriostatisch und antientzündlich direkt an der betroffenen Hautstelle, ohne vom Körper aufgenommen zu werden.- Aber Vorsicht .. es gibt nicht ganz unbedenkliche Nebenwirkungen!! (siehe unten)
Ist Ihre Wunde auf dem Weg der Besserung, sollten Sie es mit homöopathischer Ringelblumensalbe oder Hamamelissalbe versuchen, denn diese heilen fast jede Wunde.
Und hier - wie immer - mein persönlicher “Geheim-Tipp” - und auch diesmal (wie immer) aus der eigenen Erfahrung mit meinen Klienten .. und in diesem Fall auch aus Erfahrungen am eigenen Körper.
Besorgen Sie sich reines Aloe-Gel. Achten Sie darauf, dass es keine Zusätze wie z.b. Konservierungsstoffe enthält und auch nichts enthalten ist das mit “E” beginnt!!
Wenn Sie es nicht besorgen können. alssen Sie es mich wissen - ich sitze hier quasi an der Quelle”.
Noch besser wäre natürlich das frische Blatt-Mark einer mindestens 5 jahre alten Aloe Pflanze.
Auch das kann ich Ihnen eventuell besorgen - wenn Sie es nicht finden.
Mit diesem Gel erleben Sie schon fast ein Wunder - wenn Sie es richtig einsetzen. Das Gel mit Verbandsmull auf die zu behandelnde Hautpartie aufgetragen und alle ca. 5 Stunden durch einen neuen “Verband” gewechselt sorgt für eine erstaunlich rasche Heilung.
Erst vor wenigen Wochen hatte ich durch einen unglücklichen Sturz (ein kleiner Kanaldeckel im Gehweg war lose und ich stürzte deswegen) mein rechtes Bein ziemlich ramponiert.
Nach dem Reinigen (immerhin war sehr viel Split in der Wunde) und der ersten Desinfektion begann ich am zweiten Tag mit meinen Aloe-Verbänden .. nach etwa 5 Tagen war die Wunde trocken verheilt und heute (etwa 4 Wochen später) ist noch nicht einmal mehr eine Narbe sichtbar.
Die antiseptische Wirkung des Aloe Vera Gels und der enthaltene Wirkstoff “Acemannan” sind hauptsächlich verantwortlich für diesen erfolgreichen Heilungsprozess.
Wenn sie mehr darüber wissen möchten, so empfehle ich Ihnen mein E-Book zu Thema Aloe Vera.
—
Der Medikamentenwirkstoff Dexpanthenol,
auch als Pantothenol oder Panthenol bezeichnet, wird im Körper zu Pantothensäure umgewandelt. Pantothensäure ist ein Vitamin aus der Gruppe der B-Vitamine (Vitamin B5). Dexpanthenol ist besonders unter dem Handelsnamen Bepanthen bekannt.
Dexpanthenol ist ein seit langem in der äußerlichen Anwendung eingesetzter Wirkstoff. Pantothensäure ist ein Bestandteil des Coenzyms A und spielt damit eine wesentliche Rolle im Hautstoffwechsel. Dexpanthenol erhöht das Feuchthaltevermögen der Haut und hat somit pflegende Eigenschaften und verbessert die Elastizität der Haut. Es unterstützt die Neubildung der Hautzellen und trägt so zur Regeneration bei. Darüber hinaus hat Dexpanthenol auch juckreizlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften. Klinische Untersuchungen bestätigen ebenso eine Unterstützung der Wundheilung von Haut und Schleimhautläsionen durch Dexpanthenol.
——–
Tyrothricin ist ein Polypeptid-Antibiotika-Gemisch
aus Bacillus brevis. Es ist ein lokal wirksames Antibiotikum, das gegen grampositive Bakterien wirksam ist. Bei systemischer Aufnahme (Systemische Aufnahme, in der Pharmakologie die Aufnahme von Arzneistoffen über das Blut- und/oder Lymphsystem) kann es zu starken Nebenwirkungen kommen, daher beschränkt sich der Einsatz auf die topische (örtliche, oberflächliche) Anwendung.
Tyrothricin gehört wie die pharmakologisch eng verwandten Substanzen Colistin, Polymixin B, und Bacitracin zur Gruppe der Polypeptid-Antibiotika. Es bestehen keine Kreuzresistenzen zu diesen drei Wirkstoffen.
… bekannt sind allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen, vorübergehende Gleichgewichtsstörungen und nephrotoxische (..siehe Wikipedia) Wirkungen, d.h. Beeinträchtigungen der Nierenfunktion. Es liegen keine Langzeitstudien über die Wirkung bei Schwangerschaft und Stillzeit vor.